Moose sind über die ganze Welt verbreitet und gehören zu den landbewohnenden Pflanzen. Weltweit werden in der Bryologie, der Wissenschaft von den Moosen, ca. 16.000 verschiedene Moos-Arten unterschieden, wobei in Europa etwas über 1.100 vorkommen.

Moose besitzen keine Wurzeln, sondern Zellfäden (Rhizoide) und werden deshalb nur wenige Zentimeter hoch. Die Rhizoide dienen nicht der Leitung von Wasser, sondern haben eine reine Haltungsfunktion. Der Wasserhaushalt der Moose wird durch die Feuchtigkeit ihrer Umgebung bestimmt: sie können Wasser nur aus der Luft oder durch Niederschläge aufnehmen und weil sie kein Wasserleitungssystem haben, nicht aus dem Boden.

Moos_von_oben

Wir unterscheiden bei den Moosen 3 systematische Gruppen

• Hornmoose (Anthocerotophyta)

• Laubmoose (Bryophyta)

• Lebermoose (Marchantiophyta)

Ein paar Zahlen zu Moos

In Deutschland sind die meisten der über 1.100 vorkommenden Moos-Arten Laubmoose. Das Silbermoos ist eine der häufigsten Moosarten, die man in Innenstädten finden kann.

Das in Wäldern überwiegt auf dem Waldboden das Widertonmoos bzw. das Schöne Frauenhaarmoos.

Zu den häufigsten Moosen im Garten-Rasen und auf Wiesen zählen das Kurzbüchsenmoos und das Sparrige Kranzmoos.

Bei den Laubmoosen (Bryophyta) ist das größte Moos, das in Deutschland (und in Europa) frei wächst, das Goldene Frauenhaarmoos aus der Familie der Frauenhaarmoose (Polytrichaceae).

Frauenhaarmoos mit Flechten

Ökologische Bedeutung

Als unterste Bodenschicht spielen Moose neben Pilzen, Sauerklee und Haselwurz eine wichtige Bedeutung im Ökosystem. Sei es als Lebensraum, Versteck oder Nahrungsquelle für viele Insekten, Reptilien und Kleintiere wie Mäuse oder Igel. Viele Moosarten sind zudem von Bedeutung bei der Speicherung und langsamen Abgabe von großen Wassermengen in Heiden, Mooren, Wäldern und Wiesen bei Niederschlägen.

Denn Moose können ein Vielfaches von ihrem Gewicht an Feuchtigkeit und Regenwasser speichern.

Ohne die hohe Saugfähigkeit von Moos würde das Wasser schneller abfließen, anstatt langsam im Boden zu versickern. Der Boden würde vom Regen nach und nach ausgewaschen werden und eine Bodenerosion wäre die Folge. Außerdem sind viele Moosarten in der Lage, Nährstoffe aus dem Niederschlag zu ziehen und ihrer Umgebung zur Verfügung zu stellen. Moose wachsen auf Felsen, Steinen sowie auf Holz und auf der Baumrinde, ohne diese zu schaden. Aus diesem Grund sollte Moos auch nicht von Pflanzen bzw. Gartenbäumen entfernt werden.

 Bioindikatoren (Zeigerpflanzen)

Moose sind natürliche vorkommende Bioindikatoren, die Schadstoffe in der Umwelt und im Ökosystem anzeigen können: Beispiele sind die Übersäuerung von Böden und Gewässern, der Schwefel-Gehalt in der Luft oder insbesondere Schwermetalle. Im Vergleich zu anderen Pflanzen reagieren Moose auf Umweltverschmutzungen schneller, weil sie keine Wurzeln haben.

Noch wichtiger ist, dass Moose Schadstoffe aus der Luft oder durch Niederschläge sehr gut mit ihrer relativ großen Oberfläche aufnehmen können.

Diese Fähigkeit teilen sie mit anderen Zeigerpflanzen wie z.B. Flechten.

Durch die intensive Forstwirtschaft und Landwirtschaft (z.B. Totholz-Beseitigung), Reduzierung von Feuchtgebieten, Schadstoff-Immissionen und das Absinken des Grundwasserspiegels sind viele Moose in ihrer Existenz gefährdet.

Sie stehen deshalb unter Naturschutz. Auskunft über den aktuellen Gefährdungsgrad von Moos-Arten in Deutschland geben die Roten Listen der Landesämter für Natur und Umweltschutz in den jeweiligen Bundesländern.

Brandenburger Laubmoos

Moos in der Medizin und Naturheilkunde

Wegen seiner desinfizierenden (antiseptischen) Wirkung wird Torf-Moos in der Medizin und Naturheilkunde für Torfbäder und Torfpackungen eingesetzt.

Viele Moose können außerdem Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze reduzieren oder deren Wachstum hemmen.

Sie wurden deshalb in früheren Zeiten als Wundkompressen und für die Herstellung von Wundsalben verwendet. Im Mittelalter sogar als Toilettenpapier und Windeln.

Vorkommen als Pionierpflanzen

Moose können an extremen Standorten vorkommen und sind seit Urzeiten Pionierpflanzen bei der Besiedlung neuer extremer Lebensräume wie z.B. Lehmboden, felsiger Untergrund oder verbrannten Bodens.

Bestimmte Moose können sogar über mehrere Jahre hinweg extreme Trockenheit (z.B. bei Kälte) überdauern, indem sie in eine Art Trockenstarre fallen.

Sobald wieder Feuchtigkeit in der Umwelt verfügbar ist, erwacht das Moos wieder zum Leben und setzt sein Wachstum fort.

Moos mit Becherflechte

Wirtschaftliche Verwendung

Viele Moose wirken gegen Bakterien, Pilze oder Schnecken und eignen sich deshalb als alternative Pflanzenschutzmittel. Einige Moosarten wie das Weißmoos werden zur Dekoration von Architektur-Modellen, Weihnachts- und Blumenkränzen, im Modellbau oder für Weihnachtskrippen verwendet.

Auch im Aquarium werden Moose gepflanzt wie zum Beispiel das Javamoos (Taxiphyllum barbieri), das in China, Indonesien und Thailand heimisch ist.

Symbolik im Zen-Garten

Moos ist im japanischen Zen-Garten Symbol für Ruhe, Stille und Dauerhaftigkeit.

Mit Hilfe von Moospolstern wird dort die Illusion von bergigen Landschaften und Bergketten geschaffen, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen sollen.

Moos verdankt seine symbolische Bedeutung im Zen also der inneren Ruhe, die wie auf einem echten Berggipfel entsteht.

Deshalb werden in Japan Moose als beruhigendes Element für die Zen-Meditation im Garten gepflanzt.

Zengarten mit Moos

Zu guter Letzt: Sind Moose giftig oder essbar?

Moos gilt deshalb nicht als giftige Pflanze. Daran schließt die Frage an: Sind Moose essbar? Die Antwort lautet: ja und nein.

Wer Moos essen will, sollte beachten, dass Moose sehr gut Schadstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen können und somit diese beim Verzehr aufgenommen werden.